Dialog der Kulturen

Berichte

Im buddhistischen Zentrum Berlin Friedrichsfelde

buddha blnEine Kultur, mit der wir uns als Verein bisher noch gar nicht beschäftigt hatten, ist der Buddhismus. Diese Lücke wurde am 19.11.2017 mit einem Besuch im Bodhicharya, einem buddhistischen Zentrum für Frieden und Verständigung geschlossen.

Empangen wurden wir in einem hellen Raum, dessen einziger Schmuck ein kleines Wandbild ist. Hier wurden wir von einer Dame aus dem Vorstand des Vereins über die Grundlagen des Buddhismus im Allgemeinen und den Besonderheiten, der hier vertretenen Tibetischen Schule unterrichtet. Mit einer kleinen Übung brachte sie uns eine von vielen Meditationstechniken näher. Außerdem blieb genügend Zeit, um unsere Fragen zu stellen und auch beantwortet zu bekommen.

Den Abschluss bildete der Besuch des Tempels, in dem eine 3,40 m hohe Buddha-Statue den Saal dominiert. Links und rechts von dieser goldfarbenden Plastik befinden sich die Bilder des Dalai Lama und des höchsten Lamas der Karma-Kagyü-Schule. Die kurz vor ihrer Fertigstellung stehende Stupa auf dem Innenhof, konnten wir nur durch Bauplanen verhüllt erahnen.

Wir bedanken uns beim Bodhichary-Verein für diesen interessanten Exkurs in die Welt des Buddhismus mitten in Berlin.

Text und Foto: Udo Kittan


Benefizveranstaltung nochmals zu Gunsten von "EVE"

Kirche BerlinUnser Weg ist nicht mit Rosen bestreut! Diese Textzeile aus einem Song von Angel Parra wurde indirekt das Motto unseres diesjährigen Benefiz-Konzertes.

Dank der erneuten großartigen Unterstützung der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Berlin–Friedrichsfelde trafen sich am Freitag Abend, den 31. März 2017 rund 42 Musiker und Sänger in der Dorfkirche Friedrichsfelde. Sie musizierten zugunsten des syrischen Projektes Eve - eine Initative zur Unterstützung der medizinischen Behandlung der durch Gewalt und Krieg traumatisierten Frauen in der syrischen Region Afrin und Aleppo. Die dort ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, die mit größter Anstrengung versuchen, ihr Hilfsprojekt aufrecht zu erhalten, müssen jeden Tag einen schweren und gefährlichen Weg gehen. Sie wissen nie, wo und wie dieser am Abend eines jeden Tages endet.

Während des Konzertes herrschte eine ausgesprochen gute Stimmung. Musiker und Publikum waren gleichermaßen motiviert, für den guten Zweck dabei zu sein.
Die Mitwirkenden, das Berliner Invalidenorchester, der Unity-Gospelchor, das Trio LIZ, das Duo Ruschinski, das Quartett Kleeblatt und nicht zu vergessen die achtjährige Evin aus Syrien fanden großen Anklang beim Publikum.

Akram Naasan, Mitglied des Vorstandes von International Emergency Help e.V., der das Projekt in Syrien von deutschem Boden aus unterstützt, wohnte dem Konzert bei und bedankte sich am Ende sichtlich bewegt für die gelungene Veranstaltung.

Als Ergebnis konnte eine Summe von 655 Euro eingesammelt werden.

Dafür möchten wir uns vom Verein Lebensquelle e.V. als Initiatoren des Konzertes noch einmal bei allen Mitwirkenden, Helfern und Spendern, auch im Namen von EVE, recht herzlich bedanken!

Text: Viola Unverfehrt / Fotos: Ronald Seiffert



Workshop in Köthen am See

Köthen2016webAm letzten Wochenende im November 2016 trafen wir uns in der Jugendherberge „Köthener See“. Nicht zum ersten Mal konnten wir diese schönen Räumlichkeiten und die gute Versorgung durch die Betreiber nutzen. Auch die Natur kann sich hier selbst im kalten und grauen Spätherbst sehen lassen.

Auf dem Programm stand der Bericht eines Vereinsmitgliedes, das vor einigen Wochen Freunde in Israel besuchte. Etliche Bilder illustrierten die Ausführungen am Freitagabend.

Am Sonnabend folgte der Austausch von Meinungen zum gegenwärtigen Krieg in Syrien. Das hier nicht alles so ist, wie es die Medien berichten, darüber waren wir uns einig. Zur Rolle der einzelnen Akteure gab es unterschiedliche Ansichten. Sehr interessante Aspekte zu gegenwärtigen Kriegen vermittelte ein 90-minütiges Video des Vortrages von Dr. Daniele Ganser in Dresden.

Am Nachmittag diskutierten wir über die Methoden und Absichten von gezielter Manipulation durch die Medien. Ein Vereinsmitglied hatte dazu einen mit einer PowerPoint-Präsentation unterstützten Vortrag ausgearbeitet. Dabei wurden Veröffentlichungen von Gustave Le Bon, Edward Bernays, Prof. Dr. Rainer Mausfeld und Daniele Ganser besprochen.

An beiden Tagen gab es zwischen den Vorträgen viele Diskussionen. Teilweise bis tief in die Nacht.

Text und Foto: Udo Kittan


Benefizveranstaltung zu Gunsten von "EVE"

Kolkwitz 01Als unser Verein erfuhr, dass im nordsyrischen Afrin ein kürzlich gestartetes Projekt zur Behandlung traumatisierter und misshandelter Frauen und Mädchen dringend finanzieller Unterstützung bedarf, entschlossen wir uns umgehend zu handeln. Da wir mit Benefizkonzerten schon gute Erfahrungen gemacht hatten, suchten wir eine geeignete Lokalität. Letztlich war es die evangelische Kirchengemeinde Kolkwitz mit ihrem Pfarrer Natho, die sofort ihre Unterstützung zusagte.

Auch passende Künstler, die ohne Entlohnung auftreten würden, waren bald gefunden. Am Abend des 12. März 2016 füllte sich dann das Kirchenschiff mit zahlreichen Besuchern. Selbst etliche aus Syrien geflüchtete Männer, Frauen und Kinder folgten der Einladung. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Natho und einleitenden Worten unseres Vereins berichtete Ranya Ossow, eine jetzt in Norddeutschland lebende junge Frau, aus Afrin und über ihre Flucht mit einem „Todesboot“, wie die Schlauchboote von den Flüchtenden genannt werden.

Den musikalischen Teil bestritten ein Trio der Gruppe „Klangbande“ aus Berlin, eine Akkordeongruppe aus Leuthen, zwei Gitarristen und ein Trio vom Konservatorium Cottbus. Zwischendurch berichteten zwei aus Syrien geflüchtete Männer über ihre Erlebnisse.

Vielleicht förderte das Auftreten der sympathischen syrischen Gäste die Spendenbereitschaft der Besucher, sodass als Ergebnis der zweistündigen Veranstaltung 800 EUR nach Afrin geschickt werden können.

Herzlichen Dank allen Mitwirkenden und Spendern!                  Zum ausführlichen Bericht als PDF >
Text: Udo Kittan  / Fotos: Ronald Seiffert

Musiktheater des Berliner Anne-Frank-Gymnasiums

musiktheaterNach der Reichspogromnacht am neunten November 1938 nahmen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kontakt zum damaligen englischen Premierminister Chamberlaine auf und baten ihn darum, jüdische Kinder und Jugendliche vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu retten. Zahlreiche Helfer fanden sich, die die Bewegung „Refugee Children Movement“ organisierten. An die 10.000 Kinder konnten auf diesem Wege gerettet werden. Aber Heimatverlust und Trennung von den Eltern auf Dauer gingen mit der Aktion einher- für viele ein traumatisches Erlebnis.

Das Musiktheaterstück „Wer die Geschichte schreibt“ orientiert sich an dem historischen Geschehen der Kindertransporte und den Berichten der Zeitzeugen. Erzählt wird der Weg dreier jüdischer Geschwister in ein für sie völlig fremdes Land.

Das Anliegen der Produzenten ist: Es soll Menschen dazu ermutigen, zur rechten Zeit das Richtige zu tun. Daher heißt es so eindrucksvoll im Text des Finales: Es ist nicht nur der Mächtige, der die Geschichte schreibt. Sondern auch der, dessen Name in Zeiten großer Worte nicht an der Hauswand steht.

Bereits im Juli gab es Aufführungen in England. Gemeinsam mit den Musikern der Schostakowitsch Musikschule Karlshorst und dem Fachseminar Musik Tempelhof Schöneberg fanden am ersten und zweiten November 2015 in Berlin die ersten Aufführungen auf deutschem Boden statt.

Der Bunsen Saal auf dem Adlershofer WISTA-Gelände war der ideale Auftrittsort. Am 1.11.2015 war der 300 Besucher fassende Saal voll. Zu den besonderen Gästen zählten neben dem Berliner Bezirksstadtrat Michael Vogel, Lisa Bechner von der Kindertransport Organisation und die Zeitzeugin Fanny Brie-Rosenthal aus Köln.

Die Aufführung ging einfach unter die Haut. Den meisten im Saal erging es so wie mir. Das lag nicht nur an dem brisanten Thema sondern vor allem an der Umsetzung derer, die das Stück schrieben (Text und Musik Annemarie Hoff/Arrangement Stefan Lindner) und vor und auf der Bühne zum Leben erweckten. Es war eine beachtliche Leistung. Schulleiter Axel Raffelt kann mit Recht sehr stolz auf seine Lehrer und Schüler sein. Der Beifall war entsprechend lang anhaltend und die Bewunderung für Schüler und Musiker groß. Bezirksstadtrat Michael Vogel dankte dem Ensemble nach der Aufführung sichtlich bewegt und verwies auf die heutige Aktualität des Themas. Lisa Bechner von der Kindertransport Organisation sprach im Anschluss von ihren persönlichen Erfahrungen aus ihrer Kindheit und ihrer Tätigkeit zur Aufarbeitung dieser geschichtlichen Ereignisse.

Am Ende konnten dem Flüchtlingsheim in der Rudower Straße 599,90 Euro gespendet werden. Hier handelt es sich um das Heim aus dem die Kinder für die Willkommensklassen des Gymnasiums in diesem Sommer kamen.

Text und Foto: Viola Unverfehrt


Shalom, Salam-wohin?

shalomsalamAm 20.11.2015 besuchte unser Verein die deutsch-jüdische Bühne Bimah in Berlin. Wir wurden Zuschauer des Jugendtheater-Projekts „Shalom, Salam-wohin?“, in dem die aktuelle Situation in Deutschland reflektiert wurde. Neben Weltoffenheit fanden sich neuer Antisemitismus und Antiislamismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den einzelnen Spielszenen wieder.

Im Kosmos eines Berliner Wohnhauses, in dem eine deutsche, eine jüdische und eine moslemische Familie wohnten, spiegelten sich die Weltprobleme auf engstem Raum im alltäglichen Leben wider. Die deutsche Frau Braun, die sich in alles einmischt und alles kritisiert, möchte, dass sich alle Mitbewohner ihren Verhaltensregeln unterordnen. Die über ihr wohnende jüdische Familie hat auch eigene Probleme, liebt doch ihr Sohn ausgerechnet die Tochter der über ihnen lebenden moslemischen Familie.

In vielen hitzigen Auseinandersetzungen hört man Argumente, Scheinargumente und Vorurteile der aktuellen Wirklichkeit. Streitigkeiten über den „widerrechtlich“ im Flur abgestellten Kinderwagen, über abendliche Ausgangszeiten der moslemischen Töchter und natürlich die unmögliche Liebesbeziehung des jüdischen Jungen zu einem moslemischen Mädchen werden sehr emotional, aber auch verbohrt geführt. Argumente der Gegenseite bleiben ungehört bzw. unverstanden und schon gar nicht akzeptiert.

Es gab für die Schauspieler und Laiendarsteller keine Textvorlagen durch den Regisseur Dan Lahav. Alle Teilnehmer näherten sich durch Äußerungen, Stellungnahmen und Positionierungen dem Geschehen auf der Bühne an. Die Beschäftigung mit der Problematik führte die Jugendlichen während der Probenarbeit zueinander, was ihren Figuren im Stück nicht gelang.

Lediglich die arabischen und jüdischen Begleitmusiker des Abends näherten sich musikalisch an und musizierten am Ende gemeinsam, was zu einem unerwartet interessanten Klangerlebnis führte. Da eine Konfliktlösung der einzelnen Szenen ausblieb, war es den Zuschauern vorbehalten nach Lösungen zu suchen bzw. sich selbst im Alltag dem Dialog zu stellen, was unsere Vereinsmitglieder im darauf folgenden Workshop ausführlich taten.

Text: Anneliese Kahle

 

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